Stichwort: Naturbeobachtungstipps

Graureiher

Mit etwas Glück kann man an Gewässern und Wiesen morgens oder abends den Graureiher beobachten. Früher wurden Graureiher als Fischereischädlinge gnadenlos verfolgt, seit strengerer Schutzbestimmungen hat sich der Bestand wieder erholt. Seit einigen Jahren nehmen auch die Bestände überwinternder Silberreiher stark zu. Früher eine absolute Rarität, sieht man heute regelmäßig die weißen Reiher auf der Jagd.

Kiebitz

Zurückkehrende Kiebitze beginnen über Äckern und Wiesen mit ihren Balzflügen und schlagen dabei Loopings und Rollen. Der Kiebitz konnte sich an die Entwässerung der Moore zumindest teilweise anpassen und brütet auch in intensiv bewirtschaftete Wiesen und Äckern. Ob dabei aber genügend Jungvögel die Bewirtschaftung überleben, ist fraglich. 

Frühlingsblüher

Blütenpflanzen habe es im Wald schwer. Solange genügend Licht auf den Waldboden fällt, liegt meist noch Schnee oder es ist zum Wachsen zu kalt. Wenn sich später das Kronendach der Laubbäume schliesst, kommt nicht mehr genügend Licht am Boden an. Viele Blumen der Laubwälder und Gebüsche blühen daher im zeitigen Frühjahr, zum Beispiel Leberblümchen ab März, Märzenbecher ab März, Buschwindröschen ab April. 

Spechte

Spechte machen mit weit hörbaren Geräuschen auf sich aufmerksam: Das beim Zimmern ihrer Höhle in morschen Bäumen auftretende Hämmern kann man vom typischen Trommeln auf Resonanzkörpern wie morschen Ästen leicht unterscheiden. Es dient wie der Gesang der Singvögel der Revierabgrenzung.

Vogelkonzert

Ein morgendliches Vogelkonzert ist wegen der verschiedenen Arten für den Anfänger eher verwirrend - man sollte sich vorher eine entsprechende CD anhören oder eine Vogelstimmenwanderung besuchen. Gut erkennbar sind zum Beispiel die Gesänge von Amsel, Buchfink, Zilpzalp und Rotkehlchen. Vögel singen nicht "zum Spaß", sondern zur Revierabgrenzung. Der Gesang bildet eine Art akustischen Gartenzaun, der dem Nachbar klarmacht: Hier beginnt mein Revier. Ein volles Konzert wird man nur kurz nach Sonnenaufgang erleben - dann singen fast alle Arten gleichzeitig. Tagsüber singen nur bestimmte Arten. 

Amphibien

Amphibien kann man am besten im Frühjahr beobachten, wenn Schilf und Wasserpflanzen noch nicht den Blick ins Wasser beeinträchtigen. Im Wasser und an alten Schilfstengeln sieht man dann auch den Laich. Kröten legen lange Laichschnüre um Wasserpflanzen, Frösche unförmige Laichballen und Molche kleben einzelne Eier an Wasserpflanzen. Die Frühjahrswanderungen werden von warmen Regenfällen ausgelöst, bei uns meistens im April. 

 

Froschregen

Im Sommer verlassen große Mengen junger Erdkröten und Grasfrösche die Gewässer, dies nennt man auch Froschregen. Besonders von Erdkröten ist eine sehr starke Laichplatzbindung nachgewiesen, die erwachsenen Tier kehren immer in das Gewässer zurück, in dem sie geboren wurden.

Herbstlaub

Im Herbst verfärbt sich das Laub der Wälder und bildet traumhafte Farbkulissen. Der herbstliche Laubwurf ist ein Schutzmechanismus der Bäume gegen die Winterkälte und Frostschäden. Die Laubschicht der Bäume ist ein eigener Lebensraum für viele Tiere, die sich auf die Verwertung spezialisiert haben, zum Beispiel Springschwänze, Milben, Tausenfüsser, Asseln, Spinnen und Insektenlarven. Sie lassen sich am besten in einer Becherlupe beobachten. 

Eulen

Schon im Winter beginnen Eulen mit der Partnersuche für das kommende Frühjahr und mit der Besetzung der Reviere. Dazu dienen beim Waldkauz die nachts oft weit hörbaren Rufe. 

Vogelnester

Im Winter können wir in Hecken und Sträuchern nach verlassenen Vogelnestern suchen. Die meisten Nester werden nur einmal genutzt und verrotten anschließend, was wegen des oft starken Schmarotzerbefalls auch sinnvoll ist. Die kugelförmigen Zaunkönignester werden dagegen auch im Winter zum Schlafen benutzt, in alte Krähenhorste ziehen oft Greifvögel ein. 

Tierspuren

Viele Säugetieren sind scheu oder nachtaktiv, als normaler Spaziergänger wird man wenig von ihnen bemerken. Im Winter bei geschlossener Schneedecke können sie anhand von Spuren eine Menge über sie erfahren. Gehen Sie am besten frühmorgens nach einer Nacht mit Neuschneefall auf Spurensuche: Wo hat der Fuchs Mäuse gejagt, was hat die Kaninchen in die Flucht getrieben und wo das Eichhörnchen nach Nahrung gesucht.